Wie wird man eigentlich eine Geisha?

Wie wird man eigentlich eine Geisha?

Geishas sind keine Dienerinnen, sondern „Bewahrerinnen der traditionellen Künste und geschickte Geschäftsfrauen“. Ihre Hauptaufgabe war es Ihre Kunden mit geistreicher Konversation, Tee-Zeremonien, Gesang und Tanz zu unterhalten, ganz ähnlich Salon-Musikern in Europa im 19. Jahrhundert. (Gut, ich gebe zu, wahrscheinlich hat der Flötist da keinen Tee ausgeschenkt, aber vom Prinzip her doch sehr ähnlich, nur eben beschränkt auf Unterhaltungs-Musik, nicht –Kunst.) Die einzige nicht japanische Geisha jemals, Fiona Graham definiert Geisha schlicht als Künstlerin.

Geisha von hinten fotografiert.

Entsprechend vielseitig und komplex ist die Ausbildung zur Geisha, die mit 6 Jahren, 6 Monaten und 6 Tagen beginnt und in einer Okiya stattfindet, dem Wohnhaus einer Geisha-Gemeinschaft geleitet von einer Art Mutter/Ausbilderin. Heute können Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren um die Aufnahme als „Maiko“ (Geisha in Ausbildung) bewerben. Sie darf maximal 1.60m groß sein und muss mindestens 43kg wiegen, Kimono und Perücke können ordentlich schwer werden. Noch bevor man aber Maiko wird, verbringt man ein Jahr als Shikomi in der Okiya. In dieser Zeit gibt es keine Vorgaben an Haare und Frisur, man trägt keine Schminke und einen leichten, schlichten Kimono. Hat Sie diese Phase erfolgreich überstanden, wird die Shikomi in den Stand der Minarai erhoben- der Beobachterin. Und genau das tut Sie dann auch für ca. 1 Monat. Sie begleitet Maikos und Geishas zu Auftritten, sieht und lernt. Jetzt darf Sie auch das erste Mal die traditionelle weiße Schminke tragen, Shironuri was übersetzt so etwas wie „weiß angemalt“ bedeutet. Außerdem trägt die Minarai jetzt den traditionellen Kimono mit Schleppe und langen Ärmeln. Jetzt endlich folgt die San-San-Kudo Zeremonie, bei der Minarai in den Stand der Maiko erhoben und einer Geisha„verbunden“ wird. Die gleiche Zeremonie – man trinkt aus 3 Schalen Sake je 3 Schluck- war übrigens traditionell Bestandteil der Samurai Hochzeiten. Durch Sie werden zwei Leben miteinander verknüpft. Die Onesan (ältere Schwester) der Maiko bringt ihr nun alles bei was für die Ausbildung relevant ist. Jetzt erhält die Maiko auch ihren neuen Namen, der ein Element des Namens ihrer Onesan enthält.

Insgesamt dauert die Ausbildung heute ca. 4-5 Jahre. Ziemlich heftig finde ich, aber wenn man allein die Vielzahl der traditionellen Instrumente bedenkt die eine Geisha beherrschen muss relativiert sich die Dauer sofort.  Viele Geishas gibt es heute nicht mehr, durch Studium und Ausbildung ergeben sich andere Möglichkeiten und die Ausbildung wird nach wie vor als sehr anspruchsvoll und anstrengend empfunden. 

Geisha auf belebten Straßenbild.

Heute ist übrigens Kyoto, das alte kulturelle Zentrum die „Hauptstadt der Geishas“, hier werden sie allerdings als Geikos bezeichnet. Es gibt noch etwa 200 Geikos und Maikos. Leider ist es ziemlich teuer eine echte Geisha zu treffen, ca. 500€ plus Kosten fürs Dinner. Wir wollen das trotzdem mal erleben und fangen an zu sparen, hoffentlich gibt es noch Geishas wenn wir kommen!

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